Mittwoch, 15. Dezember 2010

Es tut sich was...

...nach nur 2 Tagen nimmt der Rheinburgenweglauf Formen an.

Tom hat unter http://rheinburgenweg.wordpress.com/ eine Blog-Seite eingerichtet, die Zahl der potentiellen Teilnehmer liegt bei 6.
Zur Zeit interessiert sind:

Thomas Eller
Steffen Kohler
Melanie Kohler
Danny Verdam
Lars Schläger
Achim Knacksterdt

Wir diskutieren derzeit noch die Startzeit. Variiert zwischen Samstag gaaaaanz früh (Vorteil: einfachere Verpflegung (Supermärkte, Kneipen,...) und bessere Sicht auf die Schönheiten der Strecke und Samstag 14:00 (Vorteil: Anreise angenehmer und gemeinsames Mittagessen (Steak-und Pizza-Haus !!!) am Zielort möglich.

Mal schauen

Montag, 13. Dezember 2010

RheinBurgenWeg-Lauf – Wer kommt mit?

Das Problem:
Beim Blick auf meinen Laufkalender ist mir die erschreckende Lücke im März aufgefallen, die es dringend zu schließen galt. Für die Brocken-Challenge habe ich mich ja nicht angemeldet, so dass zwischen Rodgau 50 im Januar und dem 24 h-Lauf am Seilersee im April kein größerer Lauf liegt. Auch in Hinblick auf Herausforderungen des Jahres mit u. a. Zugspitz-Ultra Trail und UTMB möchte ich ins Frühjahr gerne ein paar längere (Trainings)-Läufe legen.

Die Idee:
Schon als ich im Oktober auf den Rückweg aus Dresden im Outdoor-Magazin über den Rheinburgenwanderweg gelesen habe, kam mir die Idee, dieses laufend zu „bezwingen“. Der RheinBurgenWeg führt linksrheinisch von Remagen über Koblenz durch das Obere Mittelrheintal nach Bingen. Die Gesamtstrecke beträgt ca. 200 km. Über die genauen Höhenmeter konnte ich bislang noch keine Informationen finden, aber ein Blick auf die Höhenprofile lässt vermuten, dass diese ähnlich dem rechtsrheinisch verlaufenden Rheinsteigwanderweg sind.
Der Rheinburgenweg ist komplett ausgeschildert und gilt, wie der Rheinsteig, als „unverlaufbar“ (Brüller!)

Das Projekt:
Ich habe mir für den Lauf die Hälfte durch das Obere Mittelrheintal (UNESCO-Kulturerbe) ausgesucht. Die Strecke führt über insgesamt 104 km von Koblenz nach Bingen.

Als Termin habe ich den 12. - 13 März festgelegt.


Die einzelnen Abschnitte sind wie folgt:

Koblenz – Rhens ~ 13,5 km
Rhens – Bad Salzig ~ 15,5 km
Bad Salzig – St. Goar ~ 18,0 km
St. Goar – Oberwesel ~ 9,0 km
Oberwesel – Bacharach ~ 14,0 km
Bacharach – Trechtinghausen ~ 17,0 km
Trechtinghausen – Bingen/Bingerbrück ~ 17,0 km
Gesamt: 104 km

Die Gesamtlaufzeit schätze ich auf max. 20 Stunden. Hieraus ergibt sich die erforderliche Startzeit. Da ich nicht mitten in der Nacht in Bingen ankommen möchte, sollte der Start irgendwann am frühen Nachmittag liegen (oder wir starten früh am Morgen (nachts)und kommen am späten Abend an).

Weitere Details:
- Non-Stop-Lauf (klar)
- privater Gruppenlauf
- Komplette Selbstverpflegung (Tankstelle in Oberwesel bei km 56, ansonsten Kneipen usw., Rest in Rucksack)
- Treffpunkt: Bahnhof Bingerbrück
- Transport: Gemeinsames Autoabstellen am Ziel, gemeinsame Bahnfahrt zum Start nach Koblenz
- Gepäck: Zielgepäck deponiert im Auto in Bingerbrück
- Nach dem Lauf: Frühstück oder Mittagessen in Cafe/Restaurant in Bingen/Bingerbrück

Details sind natürlich verhandelbar.

Bisher dabei:
Tom
Achim
Und du?

Montag, 6. Dezember 2010

Kleiner Kobolt - Wie war das mit den Schmerzen?

Der Schmerz geht - der Stolz bleibt? Na, demnach müsste ich demnächst mächtig stolz sein - falls der Stolz in direkter Relation zum Schmerz steht.
Mittlerweile kann ich aber schon wieder in unter 2 Minuten vom Bett zur Toilette gelangen und wenn ich mich länger bewege, also so 50 m am Stück, geht es auch besser.
Gestern gegen 15:00 bin ich zusammen mit Tom ins Ziel gekommen. 28 h waren wir zusammen gelaufen und hatten Schmerz und Leid geteilt und uns gegenseitig motiviert und unterstützt. Danke Tom, war 'ne tolle Sache.
Um 11:00 waren wir am Vortag in Koblenz gestartet. Antje hatte mich gefahren, eigentlich wollte ich ja mit der Bahn anreisen, aber mit dem Auto war es doch bequemer. Unser Lauffreund Joachim "Josi" Siller hatte die Bahn zur Anreise gewählt und hätte ab Mainz den gleichen Zug genommen wie ich. Aber leider hatte sein Zug Verspätung und "mein" Zug nicht gewartet, so daß er so leider nicht mitlaufen konnte. Sehr schade, Josi.
Dagegen waren doch unsere Probleme, den Startort zu finden verschwindend gering. Dort trafen wir auf Tom, Michael und den Rest der Wahnsinnigen. Von den 25 angemeldeten Startern waren 17 übrig geblieben. Bei der Startnummernausgabe wurde noch ordentlich die Pflichtausrüstung kontrolliert (finde ich gut, meistens wird das ja nur angedroht, aber nicht gemacht, siehe Marathon des Sables). Nach einem kurzen Streckenbriefing ging es los. Die meisten gingen zu meiner Verwunderung gleich ab wie die Feuerwehr. Tom und ich hielten uns zurück und liefen so im hinteren Drittel. Zunächst hieß es für uns, sich an die Beschilderung zu gewöhnen. Ich kannte diese zwar unseren Bretzelwetzer-Rheinsteigwanderungen, aber im Lauftempo ist das doch etwas anderes, als im gemütlichen Wanderschritt. Außerdem haben wir bei den Bretzelwetzern ja offizielle Wegfinder, denen man nur hinterher laufen muss :-).
Der Rheinsteigwanderweg ist wirklich hervorragend ausgeschildert, aber es gilt: "Augen auf beim Eierkauf." Und das ist uns nicht wirklich immer gelungen.
Nach den ersten 15 km konnten wir schon erleichtert feststellen, daß die Bedingungen nicht so schlecht waren, wie befürchtet. Es lag zwar Schnee, wodurch das Laufen anstrengender wird, aber der Schnee war recht griffig und und gut zu Laufen. Nur an steilen Passagen war es öfters etwas rutschig. Aber zum Glück hatte ich meine Stöcke dabei. Es war auch nicht sooo kalt wie an den Tagen zuvor und bei Bewegung war es recht gut auszuhalten. Ich bin die komplette Strecke in der gleichen Kleidung durch gelaufen und habe von der Wechsel/Zusatzkleidung in Rucksack und Dropbag nichts gebraucht.
So liefen die km bis zur ersten Verpflegung bei km 35 recht gut. Ein paar mal hatten wir uns "verlaufen" und dadurch schon etwa 3 km zusätzlich auf dem Konto. Meistens lief das so, man trottet vor sich hin, merkt auf einmal, daß man lange Zeit kein Schild gesehen hat und läuft zurück bis zur letzten Markierung. Und wieder 500 m zu viel. Oder man läuft hinter jemandem her, der falsch läuft. So sind wir einmal ein paar hundert Meter hinter Andreas gelaufen, der plötzlich links ab bog. Wir natürlich ohne nachzudenken hinterher. Bis Andreas auf einmal, nach ca. 1000 m, irritiert stehen blieb - und wir auch. Und wieder zurück.
Als es langsam dunkel wurde, kamen wir bei VP 1 an. Dort wartete einer der Veranstalter, Andreas, auf uns mit seinem Buffet. Also, ich muß schon sagen, dafür, daß in der Ausschreibung steht, es gibt nur Wasser, Tee und Suppe, habt ihr ganz schön aufgefahren. So gab es alles, was das Ultraherz begehrt, sprich, keine Gels oder Riegel, sondern richtiges Essen, wie Salzstangen, Schokolade, Gummibärchen, Spekulatius, Wurst usw. Und natürlich Suppe, Brühe, Cola, Malzbier, Tee...
An VP 1 trafen wir auch wieder Andreas und Hans-Peter, der unsere 3 km Umweg mit seinen 7 km toppen konnte (das hätte uns zu denken geben sollen - später mehr).
Wir liefen zusammen mit Andreas weiter, was Weg-finde-technisch sehr gut war, denn Andreas war sehr aufmerksam. Und er war bestens ausgestattet. Wie Tom so schön sagte: Was ist besser als eine Stirnlampe? Zwei Stirnlampen. Denn die hatte Andreas auf. Beim Erzählen stellten wir fest, daß uns, Andreas und mich, vor 3 Monaten das selbe Schicksal ereilt hatte. Wir hatten zusammen mit 1000 anderen Läufern in einer Halle in Chamonix gesessen und auf den Start des TDS gewartet.
So liefen, gingen, stapfen wir zusammen bis VP 2 - unter anderem auf recht steilen, Seil gesicherten Passagen, die aufgrund des Untergrundes etwas knifflig waren.
Das Gute war aber immer, wo es hoch geht, geht es auch wieder runter. Und der Rheinsteig ist kein Hochgebirge. Also hat man nach ca. 200 - 300 hm immer wieder zwangsläufig eine Abwärtspassage auf der man sich - meistens- erholen kann.
Gegen 22 Uhr kamen wir zusammen bei VP 2 an. Dort waren 6 Läufer versammelt, 2 von ihnen stiegen hier aus. Auch Andreas ging es nicht gut, er hatte Probleme am Fuß, so daß Tom und ich alleine weiter liefen. Relativ kurz nach VP2 kamen wir an eine Abzweigung die nicht beschildert war, also zurück. Auf dem Rückweg kam uns aber Hans-Peter entgegen, der sagte, laut seinem GPS sei dies der richtige Weg. Dummerweise ließen wir uns hiervon überzeugen und liefen mit. Immer noch kein Schild, aber laut GPS waren wir auf der richtigen Strecke. Also immer schön weiter mit dem GPS, welches Hans-Peter, was er uns nach 20 Minuten offenbarte, seit einer Woche besaß. Uaaaahhh. Aber dann, nach 5 km endlich wieder ein Rheinsteig Schild - wir waren wieder auf dem richtigen Weg und 100 m vor uns lag - VP 2. Jippie.
(Nachtrag zu Hans-Peters Ehrenrettung: Wie ich eben erfahren habe, wurde in diesem Bereich im Mai die Strecke verändert und es sind anscheinend noch veraltete GPS-Tracks im Umlauf. Dadurch erklärt sich auch, daß wir nach ein paar km ein einsames Rheinsteig-Zeichen gesehen haben).
Wir haben dann wieder angefangen, uns auf unsere Augen zu verlassen, was uns mehr schlecht als recht gelungen ist. Moralisch etwas angeknackst machten wir uns also auf den Weg zu VP 3, der bei km 87 liegen sollte. Eigentlich wollten wir dort so gegen 3:00 sein, aber wir kamen nicht so recht voran. Einmal war die Strecke zu schwer, um in einem einigermaßen vernünftigen Tempo zu laufen, zum anderen hatten wir immer wieder kleine Umwege mit drin. Interessanterweise meist in den Ortschaften. Dort wird man automatisch unaufmerksam, wahrscheinlich, weil man sich auf einmal sicherer fühlt. Interessant war es auch, nachts um 3:00 durch Linz zu Laufen und auf Jugendliche zu treffen, die gerade nach Hause gingen. Lustige Gesichter haben die gemacht.
Gegen 4:00 Uhr kamen wir an VP3 an, wo auch unsere Dropbags deponiert waren. Ich packte sämtliche Wechselklamotten vom Rucksack in die Dropbag und füllte nur meinen Peroninvorrat auf. Danach war mein Rucksack angenehm leicht. Als wir gerade aufbrechen wollten, rief Andreas bei VP3 an. Er saß in Erpel am Bahnhof und frage, ob ihn jemand abholen könne. Der Fuß ließ ein weiter laufen nicht mehr zu.
Tom und ich liefen weiter und machten uns auf dem Weg zum Erpeler Ley. Laut Streckenbriefing sollte dieser als Teil der Strecke bestiegen werden, was wir natürlich brav machten. Hier zeigte sich, daß ein Blick auf die Karte schlau gewesen wäre. Denn wir sollten ja nur hoch und wieder runter. Also auf dem gleichen Weg. Wir sind aber auf einem anderen Weg runter und kamen nach ca. 2 km - Achtung Deja Vue - 200 m oberhalb von VP 3 an. Aber das kannten wir jetzt ja schon und machten uns einfach auf zum 2ten Versuch. Dieses Mal aber ohne Besteigung.
So langsam fingen wir immer wieder an zu rechnen. Wie weit könnte es noch sein, wie weit sind wir offiziell gelaufen, denn auf Toms Garmin konnten wir uns ja nicht mehr verlassen. Sehr verwirrend war hier ein Wegweiser, auf dem stand "Honnef 11.9 km". Wenn das stimmen würde, wären wir streckentechnisch etwa wieder hinter VP3 zurück gefallen. Ich habe mir das eben nochmal auf der Karte angeschaut, das Schild steht fast am Stadtrand von Honnef, warum da 11.9 km steht ist mir ein Rätsel und für unsere Moral war es nicht gerade zuträglich. Wir schlugen uns also weiter durch, gegen 8 Uhr ging die Sonne auf und nach Besteigung der Löwenburg gelangten wir um 10:00 Uhr zu VP4. Auch hier war die Versorgung wieder einmalig und fürsorglich. Offiziell waren jetzt bei km 115, laut Garmin etwa bei 128. Also noch 25 km und 6 Stunden Zeit. Sollte zu schaffen sein, wenn nichts mehr schief geht !!!
Ein bisschen was ist dann aber doch noch schief gegangen. Nach Besteigung des Drachenfelsen kamen wir runter zum Milchhäuschen, wo wir wohl den Abzweig verpassten (Aber ich habe später gehört, der sei auch schwer zu finden. JA!!! Wir waren also wieder auf unmarkierter Strecke und befragten 2 Radfahrer. Die meinten, wir seien schon richtig und sollten einfach weiterlaufen und uns links halten. Dummerweise holten wir eine 2te Meinung ein und fragten einen Fußgänger nach Richtung Peterberg. Der sagte uns, zum Petersberg wäre es ganz schön weit und das wäre auch die falsche Richtung. Also wieder zurück. Am Milchhäuschen fanden wir dann den richtigen Weg und liefen ihn für 500 m um dann wieder auf dem falschen Weg heraus zu kommen. Also beschlossen wir, wieder dem Tipp der Radfahrer zu folgen. Nach kurzer Zeit führte der Weg auch tatsächlich auf den Rheinsteig, allerdings wussten wir nicht, in welche Richtung wir laufen mussten. Nach kurzer Diskussion und Kartenstudium entschieden wir uns für eine Richtung (dreimal dürft Ihr raten...). Während Tom noch an seinen Schuhen herumwerkelte, lief ich schon mal vor und nach ein paar Metern ging es steil hinauf zum Geisberg. Als ich fast oben war kam Tom unten an und wir diskutierten erstmal auf die Entfernung. Tom sagte, er sei den Berg schon mal mit Rolf Mahlburg hoch gelaufen. Aber Rolf läuft den Rheinsteig in die andere Richtung. So sagte ich, "wenn Ihr den Berg hoch gelaufen seid, müssen wir runter", und lief wieder hinab. Unten schauten wir nochmal auf die Karte, diskutierten und - :-) - liefen wieder hoch. Als wir oben dann das Schild sahen 'Milchhäuschen 800 m' war klar: Wir haben für 800 m eine knappe Stunde gebraucht. Aber immerhin wussten wir jetzt wieder, wohin wir laufen mussten. Und: Ab hier haben wir uns bis zum Ziel nicht mehr verlaufen!!!
Es ging also weiter über den Petersberg, wo ich ein paar verständnislosen Wanderern erklärt habe, was wir machen weiter, um Bonn herum Richtung Ziel. Weiterhin ständig hoch und runter, aber nicht mehr so schlimm. Die letzten km waren sehr zäh und schmerzhaft, das Lauftempo in der Ebene sank drastisch. Aber als die ersten Bonn-Entfernungsschilder auftauchten, wussten wir, wir würden es schaffen und fingen gleich wieder an, zu rechnen, ob wir auch unter 28 h bleiben könnten. Gegen 14:30 liefen wir in Bonn Beuel ein und benötigten noch ganze 25 Minuten für die ca. 3 km bis zum Ziel.
Nach 27h 57min, offiziellen 140.5 km und inoffiziellen 155 km kamen wir schließlich glücklich und kaputt an dem Fitnesscenter an, wo die Veranstalter einen Raum gemietet hatten. Dort wurden wir mit großem Hallo begrüsst. Wie zu erwarten gab es alles, was das Herz begehrt und vor allem viel Fürsorge und Zuspruch.
Nach Dusche, Siegerehrung und ein bisschen Erfahrungsaustausch (wer hat sich wo und wie verlaufen) hat mich Toms Frau Gabi netterweise zum Bahnhof gefahren, wo ich im ICE nach Mainz einen Sitzplatz auf dem Boden vor der Toilette ergattern konnte. Und als ich heute morgen meinen Kaffee aus meiner neuen Kobolttasse getrunken habe, musste ich feststellen, daß das schon stimmt mit dem Stolz. Jetzt müssen nur noch die Schmerzen gehen.
Welche Erkenntnisse bleiben?
- Ich kann 150 km am Stück laufen
- Ich kann 28 Stunden am Stück laufen
- Ich könnte von Powerbar Ride Shots und Peronin überleben (glaube ich)
- Es lohnt sich manchmal, auf die Karte zu schauen
- Man sollte nicht immer auf die Technik vertrauen
und vor allem:
Der kleine Kobolt ist einer toller Lauf, nett und persönlich organisiert, von Läufern für Läufer, sehr anspruchsvoll, eine absolute Hausnummer. Ich habe mich sehr wohl gefühlt und werde bestimmt wieder kommen. Die meisten kniffligen Stellen kenne ich ja jetzt. Und nächstes Jahr wird ja auch jede Abzweigung mit Sägemehl abgestreut, habe ich gehört. Das kann man aber auch wirklich verlangen ;-)

Sonntag, 5. Dezember 2010

Im Ziel

Knapp 28h, offizielle 140 km, inoffizielle 155 km laut Tom's Garmin.
Spaeter mehr

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VP4

Km115, gelaufene km 130, zigmal verlaufen.

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Samstag, 4. Dezember 2010


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VP2 durch

Es wird etwas kaelter, geht aber noch.65 km.
Noch 9 h bis sonnenaufgang, brrrr

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VP1

Alles im gruenen Bereich. 6 x verlaufen, Strecke gut zu laufen, temperatur geht.

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Km16


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Gleich geht es los


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Auf der Autobahn ...

...Richtung Koblenz. Antje faehrt mich netterweise zum Start. Das spart mir eine gute Stunde und nerviges Bahn- und Busfahren. Das Aussenthermometer zeigt -6 Grad, aber es soll ja waermer werden.
Bis spaeter

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Mittwoch, 1. Dezember 2010

Kleiner Kobolt, Ausrüstung

So, hätten wir es mal wieder geschafft. Der Eßtisch ist zweckentfremdet und voller Laufutensilien. Erinnert ein bißchen an die Pre-des Sables-Zeit. Diesmal allerdings ohne Küchenwaage. Alles schön unterteilt in "während des Laufes", "Drop-Bag" und "nach dem Lauf".
Ich habe jetzt soweit alles zusammen. Im Grunde genommen ist meine Anti-Kälte-Formel ganz einfach: Alles Doppelt: Socken, Handschuhe, Tights, Shirts.
Als Schuhe werden natürlich meine geliebten Salomon Ultra 3D GTX zum Einsatz kommen. Dies gepaart mit yaktrax Schneeketten, Raidlight Gamaschen (nein, nicht die für die Wüste) und 2 Paar Wrightsocks sollte für wohlig warme und trockene Füße sorgen.
Vor zwei Wochen habe ich die Thermal Snow 3/4 Tight von Skins bekommen und bin sehr begeistert. Dazu gehört natürlich das passende Oberteil, in welches ich mich auch gleich verliebt habe.Ich habe mir dann gleich noch die lange Skins bestellt und werde die beiden eventuell übereinander ziehen, auf jeden Fall aber die lange in den Rucksack packen.
Oben herum, wie gesagt das geniale Skins Oberteil plus RP Jacke, dazu im Rucksack noch ein warmes Langärmliges. Mütze klar, schön dick. Dazu ein Buff für Gesicht.
Apropos Gesicht: Nie war Kaufmanns Kinder Creme so wertvoll wie heute.
Handschuhe: Auch hier 2 Paar. Ein dünnes Paar Fingerhandschuhe und darüber meine Fäustlinge mit abklappbaren Fäusten. Die Hände müssen ja schön warm bleiben, sonst kann ich ja nicht bloggen.
Lampen: Ich habe mich für 2 Lampen entschieden. Die Myo XP für die direkte Laufstrecke und eine Fenix Taschenlampe um die Wegmarkierungen zu suchen.
Was noch? Raidlight Rucksack natürlich, diesmal mit 2 Trinkflaschen. Auf die Trinkblase verzichte ich, da mir die Gefahr zu groß ist, daß der Schlauch einfriert.
Hirschtalg, Toilettenpapier feucht, Kabelbinder (man weiß ja nie), kleines Messer, Karte, Black Berry (ihr wollt ja wissen, wie es "läuft"), Rettungsdecke, Trillerpfeife, Trekkingstöcke...und natürlich ordentlich was zu mampfen. Hierbei setze ich auf eine gute Kombination aus der üblichen Sportlernahrung und herzhaftem wie Käse Salami Brot, Cashewkerne, Rosinenstuten (OK, nicht herzhaft, kommt aber trotzdem gut). Ach ja, MP3-Player, will ja wissen, wie Mainz bei der Eintracht spielt.
Jetzt brauche ich nur noch ein Weißenbier und eine Packung Pringles für's Ziel, dann hab' ich alles.

Dienstag, 30. November 2010

Kleiner Kobolt, der Countdown läuft

Noch 4 Tage, dann geht es los.
Non-Stop auf dem Rheinsteig von Koblenz nach Bonn. 140 km und 4500 hm. Zeitlimit 29 h. 4 Verpflegungsstände mit Getränken, ansonsten vollständige Eigenverpflegung. Erwartete Temperaturen -8°C - -2°C, dazu wohl noch Eis und Schnee.
Unwissende könnten jetzt sagen "völlig bescheuert". Aber lasst Euch sagen, auch wenn ihr es kaum glauben werdet:
"Ich freu' mich".
Allerdings muss ich dazu sagen, daß ich gehörigen Respekt habe. Ich bin genau diese Strecke vor 2 Jahren im Rahmen des Rheinsteiglaufes gelaufen, damals aber im Hellen in 3 Tagesetappen. Und im April bei angenehmen Temperaturen. Also mit diesem Lauf nicht wirklich zu vergleichen. Ich weiss aber von damals, daß die Strecke vom Profil her recht anspruchsvoll und auch von der Wegfindung nicht zu unterschätzen ist. Der Rheinsteig ist zwar sehr gut ausgeschildert, aber man muss sich trotzdem immer konzentrieren, um keinen Abzweig zu verpassen. Und das wird im Dunkeln nicht gerade einfacher werden.
Daher bin ich auf alles eingestellt. Auch auf die Möglichkeiten, daß ich irgendwann unten am Rhein weiter laufen muss, oder sogar den Zug nehmen muss (falls denn einer fährt) habe ich einkalkuliert. Auch wenn es dies natürlich zu vermeiden gilt.
Die geistigen Vorbereitungen sind auf jeden Fall schon mal abgeschlossen. Als Packlisten-Freak habe ich natürlich auch diesmal wieder eine erstellt. Bis auf die Drop-Bag ist soweit alles klar. Hier muss ich noch etwas tüfteln.
Zur Packliste morgen mehr.

Sonntag, 14. November 2010

Wieder zurück...

67 km und 7,5 Laufstunden später bin ich wieder zu Hause. Lief sehr gut, tolles Wetter. Gute Entscheidung, in der langsamen 6:30 Gruppe zurück zu laufen. Das war recht entspannt.
Ich glaube, das mache ich nächstes Jahr wieder.
Jetzt erstmal baden und Formel 1 schauen.

Die erste Haelfte ist geschafft...

Das lief ganz gut, nicht verlaufen, ziemlich genau 29 km, 3h15min.
Interessant, zu sehen, was fuer Leute Sonntag morgens um 5:00 in Mainz unterwegs sind. Ich hoere mich schon in 5 Jahren sagen "Hannah trink nicht so viel. Am besten waren aber die beiden torkelnden jungen Damen an denen ich vorbei gelaufen bin. Als ich gerade vorbei war, lallte die eine naemlich ein sehr bestimmtes: "Geiler A...". Na, besser kann ein Tag doch nicht anfangen.

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Fruehstueck

ueber Hofheim am Meisterturm. Blauer Himmel, schoener Sonnenaufgang...das wird ein Traumtag.

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UUAAAAAHHH Gähn...

...gleich geht es los, bin noch immer gelähmt von dem Grottenkick gestern. Oder ist das die Uhrzeit? Man weiß es nicht.
Ich habe gestern nochmal den Weg überprüft, werden wohl doch eher 30 km sein. Daher habe ich den Start auf 5:00 vorverlegt.

Samstag, 13. November 2010

ARQUE-Lauf Jubiläum, diesmal mit Anlauf

November ist ARQUE-Lauf Zeit. 2001 bin ich zum ersten Mal bei diesem Spendenlauf für die "Arbeitsgemeinschaft für Querschnittgelähmte mit Spina bifida / Rhein-Main-Nahe e.V. (ARQUE)" gelaufen. Damals noch über 31 km von Kelkheim nach Mainz führend war dies der längste Lauf, den ich je gelaufen war. Seit dem ja sich ja ein bißchen was getan. Inzwischen ist die Strecke etwas modifiziert und ist etwa 34 km lang.
Da ich dieses Jahr der einzige teilnehmende Bretzelwetzer bin und ich noch etwas Training für den kleinen Kobolt benötige, werde ich zu meinem 10-jährigen Jubiläum etwas Anlauf nehmen. Ich werde um 5:30 in Mainz-Bretzenheim starten und zunächst nach Kelkheim laufen. Die Strecke ist die gleiche, die wir vor 2 Jahren bei unserem Mainz-Feldberg-Lauf gelaufen sind und sollte etwa 26 km, mit Verlaufen 28 km, betragen. Um 8:30 müsste ich am Start sein, da bleibt Zeit genug zur Registrierung und eventuell zum Umziehen und zur Rucksackabgabe. Ich werde mich dann wohl der 6:30 Gruppe anschliessen, um gemütlich nach Mainz zurück zu laufen. Zusammen mit dem Heimweg aus der Innenstadt nach Bretzenheim sollten etwa 65 km zusammen kommen.
Ich werde von unterwegs berichten. Bis morgen früh.

Sonntag, 31. Oktober 2010

38- 41 - 22

Nein, das sind nicht meine Maße. Das ist mein Fr - Sa - So Trainingspensum.
In der Summe 101 km, also wie versprochen. Ich habe meinen Teil getan, jetzt kann ich ruhigen Gewissens zum Fussball gehen. Ich hoffe, die Jungs enttäuschen mich nicht.

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Die Entscheidung ist gefallen...

...schweren Herzens habe ich den Röntgenlauf aus meiner Liste entfernt und werde mir das Fußballspiel anschauen. Hoffentlich werde ich für diese Entscheidung belohnt. Falls jemand meinen Startplatz haben möchte, bitte melden.

Als Ausgleich für den entgangenen Wettkampf habe ich mir auferlegt, am Wochenende mindestens 100 km zu laufen. Mal sehen, ob das klappt.

Montag, 25. Oktober 2010

Gewissenskonflikt

Als ich mich vor 6 Wochen zum Röntgenlauf angemeldet habe, war alles noch ganz einfach. Der Röntgenlauf würde am Sonntag sein, am Samstag würde Mainz gegen Dortmund spielen.
In der Zwischenzeit hat aber Kaiserslautern bei Mainz 05 angefragt, ob man nicht die Spielzeiten tauschen könnte, damit man in der Pfalz in Ruhe den 90. Geburtstag von Fritz Walter feiern könne. Und dieser Bitte ist man in Mainz natürlich ohne Rücksicht auf die eigenen Zuschauer, welche ihre Termine nach dem Spielplan ausrichten, nachgekommen. Danke dafür.
Zu dem Zeitpunkt dachte ich noch "Naja, Spiel gegen Dortmund verpassen, nicht schön, aber es gibt Schlimmeres." Nun spielt da aber auf einmal der Erste gegen den Zweiten und jetzt habe ich einen massiven Gewissenskonflikt. Eigentlich möchte ich das Spiel unbedingt sehen, anderseits bin ich zum Lauf angemeldet und muss ja für den "kleinen Kobolt" auch noch ein bißchen trainieren.
Derzeit, Stand heute 20:00 Uhr, denke ich, werde ich hier bleiben, ein verstärktes Training in der Umgebung absolvieren und das Spiel anschauen.
Tut mir Leid, Jungs, die ihr auf meine Eintrittskarte gehofft habt. Aber ich hätte da einen Startplatz anzubieten...

Samstag, 23. Oktober 2010

Im Ziel...

...und schon heiss geduscht.
Das war schoen, ohne Uhr, ohne Hast, schoene Strecke und erstaunlich gutes Wetter.
Wenn ich die Zieluhr richtig gelesen habe stand da 5:01. HA, das kommt davon, wenn mal ohne Uhr laeuft und zuviel Fotos macht. Aber egal. Hauptsache mal wieder eine lange Strecke gelaufen.
Jetzt goenne ich mir noch eine Massage, damit die Beine fuer den Roentgenlauf fit sind.
Und auf der Heimfahrt hoere ich mir an, wie die Eintracht gegen Schalke gewinnt.
Koennte ein perfekter Tag werden.

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Noch eine Stunde bis zum Start...

...Die Startunterlagen habe ich schon, jetzt sitze ich noch in einem Cafe und fruehstuecke etwas. Es ist saukalt aber klar, die Wiesen sind gefroren, koennte ein schoener Tag werden.
Die Fahrt war recht anstrengend, viel Nebel und dunkel war es auch ;-). Vielleicht haette ich doch gestern Abend anreisen sollen und in der Halle schlafen. Werde gleich nochmal die Augen zu machen

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Uaaaah- Gleich geht's los

Samstag, 4:58: Gleich ist Aufbruch zum Schwäbisch Alb Marathon. Leider ellein, da Antje sich erkältet hat.
Endlich wieder ein Wettkampf. Und das Wetter soll auch einigermaßen halten.
Freu mich schon.

Montag, 18. Oktober 2010

UTMB - Jetzt ist es raus

Folgende email hat mich am letzten Donnerstag erreicht:

Guten Tag Ihnen allen,
Anfang September haben wir nur einen Teil der Fragen beantwortet, die von Ihnen allen gestellt wurden. Für die Beantwortung der restlichen Fragen, mussten wir erst die nötigen Informationen einholen.
Jetzt ist es uns möglich, Ihnen die ausständigen Antworten zu geben und damit die Veranstaltung 2010 des Ultra-Trail du Mont-Blanc abzuschliessen.
Die Läufer des UTMB und des TDS, die am Samstag an der Wiederaufnahme des UTMB-Laufes nicht teilgenommen haben, erhalten eine Rückvergütung von 100 € für den UTMB und von 80 € für den TDS.
Jeder betroffene Läufer kann ab 15.Oktober und vor dem 15. November, seine persönliche Läuferseite unter www.ultratrailmb.com aufrufen. Da findet er die Bedingungen für die Rückvergütung der Kosten, sowie das Formular, das für die Rückvergütung auszufüllen ist (*).
Jeder Angemeldete wird in den nächsten Tagen per e-mail eine persönliche Verständigung bezüglich der Vorgangsweise erhalten.
Wir sind der Meinung, dass eine Laufabsage oder ein Laufabbruch aus Gründen der Sicherheit, keine Änderung der Anmelderegelung nach sich zieht. Deshalb wird es keinen Vorrang bei den nächsten Anmeldungen geben; die Anmeldebedingungen bezüglich der Qualifikationspunkte bleiben unverändert.
Wir danken Ihnen für Ihre Geduld und Ihr Verständnis.
Mit besten Grüssen
Catherine Poletti
im Namen des Direktionskomitees des Ultra-Trail du Mont-Blanc


Aus meiner Sicht natürlich eine akzeptable Lösung. 80%ige Rückerstattung der Startgebühren, damit kann man zufrieden sein. Dass es keine Sonderregelung für die künftige UTMB Teilnahme gibt, mag aus Sicht der enttäuschten UTMB Starter unbefriedigend sein, ist aus meiner Sicht aber durchaus nachvollziehbar. Eine Sonderregelung für alle 2300 Starter plus die nicht gelosten Bewerber dieses Jahres hätte die Startplatzvergabe noch mehr verkompliziert und die Startkontingente wahrscheinlich auf Jahre hinaus "verstopft".
Das sagt sich natürlich locker, wenn man einen Startplatz für 2011 sicher hat.

FY11 Update

Kaum steht der Plan für das nächste Jahr einigermaßen, schon ändert er sich wieder. Mit Verwunderung musste ich feststellen, dass das "Startgeld" für die nächste Brockenchallenge von €35 auf sage und schreibe €200 erhöht wurde. Nun muss man dazu sagen, dass es sich hierbei nicht um ein Startgeld im herkömmlichen Sinne handelt, sondern dass der Betrag in vollem Umfang einer bedürftigen, lokalen Organisation gespendet wird.
Laut Homepage hat die Erhöhung zwei Ziele, zum einen die hohe Nachfrage nach Startplätzen zu regulieren und zum anderen einen höheren Spendenbeitrag zu erzielen.
Ich denke, ersteres wird zweifelsfrei gelingen.
Ich für meinen Teil habe mich entschieden, mich nicht anzumelden. Spenden gut und schön, aber €200 sind doch wirklich ein Wort und stehen meines Erachtens nach in keinem Verhältnis mehr. Auch kann ich es vor meiner Familie ja kaum noch rechtfertigen, so viel Geld für einen Eintageslauf hinzulegen. Was mir persönlich gar nicht gefällt ist die Tatsache, dass Läufer mit geringerem Einkommen hierdurch immer mehr von solchen Laufveranstaltungen ausgeschlossen werden, was sich ja auch auf den sportlichen Wert niederschlägt. Auf der Veranstalterseite wird zwar vorgeschlagen, man solle Spenden sammeln, um das Startgeld zu finanzieren, aber Klinkenputzen, um seinem Hobby nachgehen zu können ist ja auch nicht jedermanns Sache.
Man wird sehen, wie die Sache angenommen wird und wie lang die Start- und Warteliste dieses Mal seien wird.

Sonntag, 10. Oktober 2010

FY11 - Jahresplanung

FY11, das steht für Fiscal Year 2011, also das amerikanische Haushaltsjahr 2011. Dieses beginnt am 1. Okt 2010 und endet am 30. Sep 2011.
Bei meinem amerikanischen Arbeitgeber dreht es sich bei jeglicher Planung von Finanzmitteln und Projekten um diese Termine. Das geht so in Fleisch und Blut über, dass man schon mal Ende September zu jemandem sagt "Lass uns da nächstes Jahr drüber reden" und in ein entsprechend verdutztes Gesicht schaut.
So ging es mir vor ein paar Tagen, als ich meine kommenden Läufe plante und als Zeitrahmen hierbei immer Oktober bis September vor Augen hatte und daher immer wieder von meinen Plänen für nächstes Jahr sprach. Erschreckend.

Aber - der Rahmen steht (Termine siehe Leiste rechts).
Insgesamt ein sehr ambitioniertes Jahr mit einigen Höhepunkten. Es ist dieses Jahr kein Etappenlauf dabei, dafür einige NonStopläufe im >24h Bereich.
Höhepunkt wird sicherlich der UTMB Ende August werden. Ich gehe derzeit fest davon aus, meinen Startplatz sicher zu haben, da ich letztes Jahr nicht gelost wurde. Auch hoffe ich mein Startgeld vom TDS angerechnet zu bekommen. Hier wird man mal sehen.
Sehr freue ich mich auch auf die Erstaustragung des Zugspitz-Ultratrail. Bei dieser 100 km langen Zugspitzumrundung werde ich mit Tom und Heiko auch 2 MDS Zeltgenossen wieder treffen.
Erst vor ein paar Tagen dazu gekommen ist der "kleine Kobolt" Anfang Dezember. Kobolt steht für Koblenz - Bonn - LaufTrail. Also kein Tippfehler. Dieser Lauf wird von Michael Eßer aus Köln veranstaltet. Ich habe Michael letztes Jahr auf Toms Geburtstagsfeier getroffen und er war von den Gästen, glaube ich, der einzige, der Tom und mich ob unseres MdS Vorhabens nicht für völlig verrückt hielt. Der Lauf führt über den Rheinsteig und zwar über genau die 3 Etappen, die ich 2008 mit der Gruppe von Rolf Mahlburg gelaufen bin. Eine sehr schöne wie anspruchsvolle Strecke. Mal sehen, wie sie Nachts seien wird.
Eine Woche danach steht tradionell noch der Eisweinlauf auf dem Programm. Dieses Jahr wird Antje vielleicht mitkommen und die halbe Strecke bei den Nordic Walkern absolvieren. Wäre schön.
Nach dem Rodgau 50 im Januar habe ich dieses Mal fest vor, im Februar die Brocken-Challenge von Göttingen auf den Brocken zu laufen. Der Anmeldetermin steht in meinem Kalender, ich hoffe, ich verpasse ihn nicht wieder.
Im April möchte ich endlich meinen ersten 24h-Lauf absolvieren und habe mir dafür auf Anraten von Jens Vieler den Lauf am Seilersee in Iserlohn ausgesucht. Vielleicht kann ich ja die Bretzelwetzerkollegen noch motivieren, ein Team zu stellen, dann wird es mir auch nicht so langweilig :-).
Der Keufelskopf-Ultra-Trail war einfach zu schön und darf natürlich nicht im Terminplan feheln. Ich hoffe, dass ich mich dieses Jahr nicht wieder verlaufe und dann habe ich ja noch eine Rechnung offen (Gelle Tom?).
Zwischen Zugspitz-Ultra und UTMB habe ich mir als letzten Härtetest noch den Chiemgauer 100 gelegt. Ich hoffe, dass ich hierfür fit genug aus dem Familienurlaub komme und nicht zu sehr dem südfranzösichen Wein fröne (wird schwierig). Wie gesagt, ein ambitioniertes Jahr, ich hoffe, ich kann es einigermassen so durchziehen wie geplant. Los geht es erstmal Ende Oktober mit dem Röntgenlauf (Hey, Bretzelwetzer, ist überhaupt noch jemand dabei?). Falls Mainz 05 allerdings an dem Tag um den 10. Sieg im 10. Spiel spielt, ist mein Start in Remscheid ernsthaft gefährdet. Daher plane ich eine vorher noch den Schwäbisch Alb Marathon zu Laufen, damit das Gewissen nicht ganz so schlecht ist. Aber vielleicht hat sich das ja am Wochenende schon erledigt.
Ich habe übrigens festgestellt, dass ich per BlackBerry Einträge direkt in den Blog schicken kann. Ich werde das beim nächsten Lauf mal ausprobieren. Schade, dass ich das nicht schon beim TDS Desaster wusste, das wäre bestimmt lustig geworden.

Sonntag, 5. September 2010

Der Berg ist der Chef

Das war die beste Formulierung, die ich beim stöbern in den Foren zum diesjährigen UTMB Debakel gelesen habe. Dies drückt alles aus. Wenn man in die Berge geht, muss man eben mit allem rechnen und was nicht geht, geht eben nicht.
Inzwischen hat es auch die erste offizielle mail an die Teilnehmer gegeben, dazu einen Eintrag eines Mitglieds der Orga im offiziellen Forum. Diese Beiträge möchte ich Euch nicht vorenthalten:

Hier zunächst aus dem Forum vom 31. August:

Quote:

Hallo an alle.
Ihr erwartet Antworten auf alle eure Fragen und das zu Recht, aber erlaubt mir zuvor, ein paar Zahlen in Erinnerung zu rufen:
Über 5.000 registrierte Läufer.
Mehr als 2300 Läufer, die in Saint Gervais und Les Contamines gestoppt wurden und die nicht am Folgetag starten konnten.
600 Läufer des TDS, die überhaupt nicht laufen konnten.
Mehr als 1.000 Läufer des CCC, die um ihren Zieleinlauf gebracht wurden.
1700 Freiwilligen, die entweder überhaupt keine Läufer gesehen haben oder die viele Stunden in der Nacht unterwegs waren, um einen anderen unvorhergesehenen Posten zu übernehmen.
(Aber es gibt nur) 4 Personen, die Vollzeit arbeiten für diese Organisation
+ ein 10 Jähriger, der auch für andere Kunden arbeiten muss.

Man stelle sich die Zahl der Telefonanrufe, E-Mails, Poststücke, Botschaften vor, die wir sorgfältig zu lesen hatten, denn jeder will gehört werden.
Es waren viele Entscheidungen zu treffen ...
Die meisten von euch verstehen die Entscheidung, warum wir verschiedene Rennen annulliert haben, und wir danken Euch dafür:
Sicherheit von Menschen darf man niemals gefährden!

Viele verstehen nicht, warum ein erneuter Start am Folgetag durchgeführt wurde und warum sie nicht die Möglichkeit bekommen haben, daran teilzunehmen.
Manche Entscheidungen können nicht perfekt sein, aber sie müssen getroffen werden.

Ja, wir konnten nicht wissen, dass das Rennen in St Gervais abgesagt werden musste, aber wir wussten in jenem Moment auch noch nicht, dass wir 4 Stunden später mitten in der Nacht ein neues Rennen organisieren mussten und das parallel hierzu ein weiteres anderes Rennen annuliert wurde.

Ja, nicht jeder auf der Welt kann SMS empfangen, wir sind im Senden erfahren, aber wir können nicht das Empfangen garantieren, es sind die Betreibern, die das Privileg besitzen, ihre Telefone auszuschalten.
Wir sind keine Zauberer.
Wie könnten wir mit 3500 Personen telefonieren?
Wie könnten wir diejenigen mit einem Taxi abholen, die nicht reagieren?
Nur unsere Kristallkugeln wissen, wo jeder schlafen ging!
Ich entschuldige mich demütig im Namen der gesamten Organisation, dass wir keine Superhelden sind.
Und ja, es gab nicht genug Platz für den Rest der Welt auf den schmalen Pfaden zwischen Courmayeur und Bertone.
Noch einmal, wir können nicht 20 Bulldozer beauftragen, eine Autobahn anstelle der Gebirgspfade zu planieren.
Unsere Entscheidung hat es erlaubt, das Rennen für 1500 Läufer möglich zu machen.
Ja (und das sage ich bewusst polemisch) dass war auch die Rettung für unsere Sponsoren.
Wenn das Rennen nicht gestartet worden wäre, wäre nicht nur die Edition 2010 verloren gegangen, sondern auch die Edition 2011 und die darauf folgenden in Gefahr gewesen.
Oder würdet ihr 500 Euro bezahlen, um einen UTMB zu laufen ohne Sponsoren in 2011?
Die Verpflegungsstände müssen bezahlt werden; die Busse, die euch zurückbringen, müssen bezahlt werden; die Hubschrauber für die Sicherheitsausrüstung auf den Bergspitzen müssen bezahlt werden; die Zelte, in denen ihr euch regenerieren könnt, müssen bezahlt werden; das Informationsmaterial für die Sicherheitsanweisungen muss bezahlt werden; die Finisher-Westen, die hier so polemisch kritisiert werden (siehe FORUM), wären ohne THE NORTH FACE gar nicht möglich…
Also noch einmal ja, wir haben eine Entscheidung getroffen, die die Veranstaltung für die Sponsoren und für 1300 Läufer gerettet hat.
Es sind 2000 Enttäuschte übriggeblieben.
Wir bereuen unsere Entscheidung nicht und sind auch nicht gleichgültig gegenüber den Läufern.

Wenn ja hätten wir nicht zwei schlaflose Nächte hinter uns gebracht und uns auf den Hosenboden gesetzt, um all dies zu tun.
Die Antworten, die ihr erwartet, werden kommen, aber lasst uns die Zeit für weitere Entscheidungen. Diese sind wichtig und hängen keineswegs von unserem Vergnügen ab.
Wir respektieren alle Läufer, alle freiwilligen Helfer und alle Sponsoren.
Wenn das nicht der Fall wäre, gäbe es längst keinen UTMB mehr, wir hätten uns keine Mühe gegeben, um alles dieses zu tun, ohne Rücksicht auf Kritik aus der Menge, weil keine der möglichen Entscheidungen zu 100% gut oder zu 100% schlecht sein kann.
Wir sind einfach keine Übermenschen, wir haben keine 10 Gehirne, keine 20 Ohren und 20 Arme, um alles auf einmal zu tun.
Wir sind nur Männer und Frauen wie ihr, zwangsläufig unvollkommen, auf einer Abenteuerreise, die manchmal ein wenig an uns vorbei läuft, und wir tun unser Möglichstes, um so viele Menschen wie möglich zufrieden zu stellen.
Sportliche Grüße
Isabelle Viseux-Poletti
PS: für eine einzige Sache verpflichte ich mich persönlich als IT-Manager:
innerhalb einer Woche werden die Läufer, die in Vallorcine oder Trient aufgeben mussten, nicht mehr als „Aussteiger" bezeichnet werden, und diejenigen des UTMB, die in Chamonix gestartet sind, werden nicht mehr als „Nicht gestartet" bezeichnet werden.
Es war die einzige technische Lösung am vergangenen Wochenende, um das alles möglich zu machen, aber wir werden alles daran setzen, das schnellstmöglich zu ändern.
 
End Quote.


Und hier aus der email an die Teilnehmer vom 3. Sep 10:

Quote:

Guten Tag Ihnen allen,
Die Veranstaltung 2010 des Ultra-Trail du Mont-Blanc® wird gewiss allen in Erinnerung bleiben.
Wir hatten besonders schwierige meteorologische Bedingungen zu ertragen, die uns schliesslich dazu gezwungen haben, unumgängliche Entscheidungen zu treffen, um das Schlimmste zu verhindern.
Enttäuschung, Frustration und viele Fragen sind die logischen Folgen dieses so lange erwarteten und so gestörten Wochenendes. Deshalb möchten wir Ihnen zuerst sagen, dass die Organisation dieser Läufe in erster Linie auf die Begeisterung zurückgeht, die das Veranstaltungskomitee, die vielen freiwilligen Helfer und die betroffenen Gemeinden dafür aufbringen. Wir alle sind enttäuscht und betrübt, dass die schlechten Wetterverhältnisse Monate der Vorbereitung und Vorfreude zunichte gemacht haben. Andererseits sind wir froh, dass kein schwerer Unfall passiert ist.
Alle in dieser schwierigen Nacht in Eile getroffenen Entscheidungen wurden in Hinblick auf die Sicherheit der Läufer und der freiwilligen Helfer getroffen, aber auch in der Absicht, möglichst vielen Läufern doch einen Lauf zu ermöglichen.
In einer solchen Krisensituation, mitten in der Nacht und bei sich ständig ändernden Informationen, ist echte Kommunikation sehr schwierig zu verwirklichen.Wir sind uns dessen bewusst, dass viele Läufer und Helfer schlecht informiert wurden. Deshalb bitten wir um Entschuldigung.
Von vielen Seiten erhalten wir Zeichen der Unterstützung und Aufmunterung. Wir wissen aber auch von den vielfältigen Erwartungen.
Sicher verstehen Sie, dass es uns nicht möglich ist, jetzt, unmittelbar nach dem Ereignis, alle Fragen vollständig zu beantworten. Der Durchzug der starken Schlechtwetterfront im « ungünstigsten Moment » soll aber auch daran erinnern, dass eine Veranstaltung im Gebirge nie garantiert werden kann. Mit der Anmeldung geht man auch das Risiko ein, dass die Veranstaltung nicht stattfinden kann.
Trotzdem können wir Ihnen schon heute ankündigen, dass die Läufer des CCC® , die in Vallorcine oder in Trient angehalten wurden, Qualifikationspunkte zugeteilt bekommen : 3 Punkte für den Lauf bis Vallorcine, 2 für den bis Trient. Die Finishers des UTMB®, die in Courmayeur nochmals gestartet sind, erhalten 3 Punkte.
Da alle Mittel eingesetzt worden waren, um den guten Ablauf der Bewerbe zu garantieren, kann die Frage der Rückvergütung der Gebühren erst beantwortet werden, wenn wir über alle nötigen Einzelheiten verfügen. Auch die Anfragen zu den « Anmeldungen 2011 » werden zu einem späteren Zeitpunkt, aber so rasch wie möglich beantwortet werden.
Für das Direktionskomitee des Ultra-Trail du Mont-Blanc
Catherine Poletti, Wettkampfleiterin


End Quote

Interessant finde ich die Äusserung zu den Sponsoren. Spannend ist auch abzuwarten, wie man den letzten Absatz des zweiten Textes verstehen soll. Hört sich schwer nach "Tut uns Leid, höhere Gewalt" an. Ich glaube, ich muss mir doch mal die Mühe machen und die ABGs lesen :-).

Ich halte Euch auf dem Laufenden

Sonntag, 29. August 2010

TDS 2010 - Was für ein Frust

Was nach dem Marathon des Sables der zweite Höhepunkt des Laufjahres werden sollte endete in einer 3-tägigen Frustreise.
Doch der Reihe nach.
Nach meiner etwa 6 wöchigen Faulenzerei im Juni/Juli hatte ich mich im Urlaub in Kärnten im wunderschönen Hotel Feuerberg auf der Gerlitzen Alp und mit dem Doppelmarathon beim Gondoevent doch noch recht gut vorbereitet. Die Formkurve ging jedenfalls eindeutig nach oben.
Donnerstag früh machten wir, Antje und ich, uns daher frohen Mutes auf nach Chamonix. Glücklicherweise war ich nicht allein unterwegs, denn ich war doch sehr müde von der Arbeitswoche. Antje fuhr, ich schlief, eine perfekte Aufgabenteilung. Am frühen Nachmittag kamen wir in unserem netten, kleinen Hotel in Argentiere bei Chamonix an. Schönes Zimmer mit Blick auf den Gletscher, strahlender Sonnenschein, blauer Himmel, alles bestens.
Wir fuhren schnell noch nach Chamonix rein, um die Startunterlagen abzuholen und dadurch den Freitag frei zum Ausruhen zu haben.
Die Ausgabe der Startunterlagen klappte sehr gut, wenn auch mit ordentlicher Wartezeit. Aber alles war sehr straff durchorganisiert, an jedem Stand war jemand für eine bestimmte Handlung eingeteilt, so das man recht gut durch das Prozedere geschleust wurde: 20 € bezahlen für Leihchips - unterschreiben, dass man die Pflichtausrüstung mitnimmt - Laufrucksack markieren - Startnummer - Chip ans Handgelenk - Gutschein für T-Shirt - Ticket für den Bus - und raus.
Bei der Startnummernausgabe hatte ich wieder das Gefühl, dass mich schon in den Monaten vorher öfters beschlichen hatte: Auch wenn der TDS mit seinen 111 km und 7000 hm ein durchaus respektabler Lauf ist, taugt es einfach nichts, bei einer Veranstaltung nicht den Hauptlauf zu machen (vorausgesetzt man traut ihn sich sportlich zu). Ich kam mir schon etwas diskriminiert vor, als ich das blaue statt dem gelben Armband bekam und mit meiner grossen weißblauen Plastiktüte da raus marschierte. Da möchte man den anderen zurufen: "Ja, schaut mich nicht so an, ich laufe den TDS nur, weil ich nicht für den UTMB gelost wurde und ich könnte euch mit Quali-Punkten zuschmeißen:" Aber wahrscheinlich habe ich mir das nur eingebildet und mich hat gar keiner angeschaut.
Danach gingen Antje und ich noch über die Läufermesse. Dort gab es alles, was das Trailläuferherz begehrt. Rucksäcke, superleichte Wanderstöcke, Kompressionskleidung, Trailschuhe...Und dort gab es auch das Läufergeschenk, ein Funktionsshirt von The North-Face. Auf den ersten Blick ein wunderschönes Teil, bis ich es herum gedreht habe. Auf der Rückseite war nämlich das Profil des UTMB abgebildet. Ich bin also nochmal zurück: "Excuse me, I run the TDS not the UTMB." "No, ids se sem shirt for all runners." Na toll. Ihr Franzosen. Erst lasst ihr mich nicht bei den Grossen mitlaufen und dann demütigt ihr mich noch mit dem T-Shirt. Also, wer Interesse hat, demnächst mal bei ebay schauen.
Wir haben dann noch ein paar Kleinigkeiten eingekauft und sind dann, nach einer Pizza, zurück ins Hotel um rechtzeitig schlafen zu gehen.
Nachts ging es los. Ich dachte erst, da führen jede Menge LKW an unseren Hotel vorbei bis ich merkte, daß das Regen war. Am Morgen dann die bittere Wahrheit: Der Himmel hatte seine Schleusen geöffnet, vom blauen Himmel nichts mehr zu sehen. Es goss wie aus Kübeln, so heftig, wie ich es lange nicht mehr gesehen hatte. Gegen 11:00 machte der Regen eine kurze Pause, die wir zum Einkaufen nutzten. Immer wieder mussten wir sorgenvoll an Tom und die anderen PTL Läufer denken, die jetzt irgendwo auf 2500 bis 3000 m unterwegs waren (Wie ich eben telefonisch erfahren habe, saß Tom zu diesem Zeitpunkt schon im Bus zurück nach Chamonix. Er hatte in der Nacht von Donnerstag auf Freitag Vernunft walten lassen und aufgrund der extremen Bedingungen das Rennen beendet. Aber er ist schon wieder guter Dinge und plant für nächstes Jahr :-) ).
Um 13:00, nach einem ordentlichen Mittagessen, habe ich mich dann nochmal schlafen gelegt, draußen hatte der heftige Regen wieder eingesetzt. Wir redeten uns die Situation immer wieder schön, sagten, mein Lauf startet ja erst um 24:00 und bis dahin könne es ja wieder aufhören. Aber wenn man sich in den Bergen ein bisschen auskennt wusste man, daß die Wege diesen Regen nicht so einfach verkraften und das dies ein alles andere als angenehmer Lauf werden würde. Von der Kälte auf den Pässen gar nicht zu reden. Ich stellte also auf Goretex Schuhe um und packte noch Wechselkleidung in den Rucksack. Um 18:30, der UTMB Startzeit hatte wieder heftiger Regen eingesetzt. Aber wir hatten ja noch 4,5 Stunden.

Gegen 20:30 fuhr Antje mich nach Chamonix. Um 21:30 sollte mein Bus abfahren. Am Abfahrtspunkt standen aber schon (oder noch) 4 Busse und davor jede Menge Läufer. Es wurde 21:45 und es tat sich nichts. Keine Information was los war. Dann gingen die ersten Läufer in die Sporthalle und schließlich trotteten alle hinterher. Auch in der Halle wusste erstmal keiner was los war. Dann, gegen 22:15 eine Bekanntgabe auf französisch. Gemurmel bei den Franzosen. Da von meinen 4 Jahren Schulfranzösisch nichts hängen geblieben ist, versuchte ich einen Franzosen zufinden, der englisch spricht. Gar nicht so einfach. Schließlich sagte mir einer: UTMB ist abgebrochen, TDS Start verschoben. Wir machten es uns also so bequem es ging und warteten. Dann kam eine SMS vom Veranstalter, TDS Start auf frühestens 3:00 Uhr verschoben. Erstmal Antje anrufen: "Bitte Handy neben das Kopfkissen legen, vielleicht musst du mich abholen." Wieder versuchte ich zu schlafen, bis wir dann in die grosse Halle gerufen wurden zur allgemeinen Information. Man versuchte die Läufer in 5 Sprachen zu informieren. Französisch, englisch, spanisch, italienisch, deutsch. In der Reihenfolge. Was eigentlich ziemlich lustig war, wenn es nicht so traurig gewesen wäre. Denn während der Franzose etwa 2 Minuten sprach wurde es von Land zu Land immer weniger und der Deutsche sagte immer einen Satz und der war meistens falsch. Zum Beispiel wurde groß erklärt, das man versuchen wollte um 5:00 zu starten, dass man, wenn man um 5:00 starten wolle aber um 2:00 anfangen müsste die Läufer nach Courmayeur zu bringen. Allerdings bräuchte man derzeit die Busse um die UTMB Läufer wieder zurück nach Chamonix zu bringen. Bis 2:00 Uhr würde man Bescheid bekommen, wie und ob es weiter geht und bis dahin solle man in der Halle bleiben. Deutsche Übersetzung: "Mir laufe um 5:00 los und um 2:00 sagen se uns wie es weiter geht." Zum schiessen.
Was wirklich ärgerlich war ist das die Franzosen immer anfingen zu diskutieren, sobald der französiche Teil vorbei war. Rücksichtnahme auf andere Nationen Fehlanzeige. Wie man überhaupt sagen muss, die Kommunikation war wirklich Mangelhaft. Aber man muss den Leuten ja zu Gute halten, daß auf diese Situation wohl keiner vorbereitet war. Und wenn man 5 mal nachgefragt hat, hat man auch irgendwann mitbekommen, was los ist.

Also bis 2:00 sollten wir warten. Wieder Antje angerufen und wieder versucht zu schlafen. Beim Gedanken, erst um 5:00 loszulaufen und dann die ganze 2te Nacht bei den Bedingungen durchzulaufen wurde mir auch nicht gerade besser zu Mute. Dann um ca. 1:00 die Entscheidung (auf französich natürlich): Der TDS ist abgesagt. Zu dem Zeitpunkt war ist fast froh darüber. Zwar auch enttäuscht, aber im grossen und ganzen war es mir egal. Ich wollte nur noch Heim. Also noch mal Antje angerufen: "Bitte hol mich ab". Auf dem Weg aus der Halle kamen mir viele traurige UTMB Läufer entgegen, die gerade mit den Bussen eingetroffen waren. Da wurde mir klar, es hätte schlimmer kommen können.

Gegen zwei Uhr war ich zurück im Hotel und habe mich erstmal über Käse und Baguette hergemacht, das wir Mittags eingekauft haben. Wie Antje so schön sagte: "Das können sie."
Mitten in der Nacht kamen dann noch 2 SMS. Am nächsten Tag um 10:00 würde ein Ersatzlauf auf der Strecke des CCC statfinden. Abfahrt der Busse um 6:30. Limitiert auf 1000 Läufer. Nee, danke.

Was wirklich auf den Strecken los war, weiss ich noch nicht. Ich habe mit keinem UTMB-Läufer direkt gesprochen. Einen Bekannten habe ich in der Nacht nicht getroffen und irgendeinen ansprechen wollte ich nicht, denn ich konnte mir denken, wie die Leute sich fühlten. Gerüchteweise hörte man aber von Erdrutschen, die die Strecke unpassierbar gemacht hätten, von kniehohem eiskalten Wasser auf den Bergabpassagen und Schnee auf 2000 m. Und was ich von Tom von der PTL Strecke gehört habe, war auch alles andere als lustig. Ich denke, die Veranstalter haben es sich sicher nicht leicht gemacht mit dieser Entscheidung. Aber die Sicherheit muss nun mal vorgehen und daher war es wohl auch richtig so.

Am nächsten Morgen sind wir direkt nach dem Frühstück aufgebrochen. Ab 10:00 hätten wir noch die 20 € für die Leihchips wiederbekommen können. Aber nochmal nach Chamonix reinfahren, parken, Shuttlebus, anstellen? Da haben wir doch lieber auf das Geld verzichtet.
Die Rückfahrt verlief ganz gut, auf dem Heimweg noch zwei schöne Steaks für das Abendessen gekauft und als wir gerade zu Hause ankamen, fiel das 4:3 für Mainz in Wolfsburg. Na, wenn das kein gutes Wochenende war.

Dienstag, 13. Juli 2010

Nach 2 faulen Monaten...

...verabschiede ich mich erstmal in den Urlaub.
Direkt nach dem Keufelskopf Ultra bin ich noch im Mai in ein tiefes Loch der Lustlosigkeit gefallen. Die Motivation war einfach weg, dazu kam viel Arbeit im Büro und eine enorme körperliche wie geistige Müdigkeit. Erstes Opfer dieser Phase war der 24h-Lauf in Rockenhausen. Je näher der Lauf kam, um so öfter dachte ich mir "jetzt musst du aber wieder loslegen, sonst wird das nichts". Aber der Lauf kam immer näher, nur losgelegt habe ich nicht. Also war die logische Konsequenz, den Lauf nicht anzutreten. Seit dem geht es etwas besser. Ich laufe wieder regelmässig Runden im Taunus, inzwischen auch wieder lockerer als am Anfang. Und das trotz Hitze und WM.

Morgen geht es nun erstmal für 2 Wochen nach Kärnten auf die Gerlitzen Alpe. Auf 1750 m Seehöhe hoch über dem Ossiacher See werde ich mal ein bißchen an meiner Bergablauftechnik feilen. Dazu ein bißchen MTB fahren, schwimmen im Bergsee und Regeneration im Wellnessbereich, dann sollte ich auch wieder richtig in Form kommen. Einzige Gefahr: Als wir vor 6 Jahren dort waren, war das Essen extrem gut.
Aber ich werde schon die richtige Balance finden und dann freue ich mich dann schon auf den Gondo Event am 7/8. August. Ein Blick auf die Teilnehmerliste verspricht eine gute Stimmung. Die Geschwister Fürchterlich, Brigitte und Rolf Mahlburg uvm werden dort sein. Da lohnt sich doch das Training.
Bis bald

Sonntag, 16. Mai 2010

„Wenn gar nichts mehr geht…

…50 km gehen immer noch“.

So zu lesen auf dem km 35 Schild beim gestrigen Keufelskopf Ultra Trail (K-UT). Zu dem Zeitpunkt fand ich das noch lustig. Später nicht mehr - Jetzt aber wieder.

Doch der Reihenfolge nach. Eine knappe Woche nach einem mit 3h40min etwas zu schnell gelaufenen Mainz-Marathon brach ich Samstagmorgen um 4:15 auf Richtung Pfälzer Bergland. Um 6:00 sollte der Start sein für den 85 km langen Trail, der zudem 2800 hm aufzuweisen hat. Das nochmalige Studium der K-UT Homepage am Vorabend bestätigte meinen Verdacht, dass dies ein ganz hartes Ding würde. Ein Verdacht, der sich bestätigen sollte.

Gegen 5:15 kam ich im Sportheim in Reichsweiler bei Landstuhl an. Dort traf ich die üblichen Verdächtigen. Tom (klar), der eine Woche vor der Tortour de Ruhr nochmal ein paar Kilometer in die Beine bekommen wollte. Armin Wolf aus Regensburg, auch schon beim Swiss Jura Marathon und beim Allgäu Ultra Trail dabei. Armin bereitet sich derzeit auf den UTMB vor, für den er gemeinerweise einen Startplatz ergattert hat. Letzte Woche war er am Rennsteig, ansonsten hat er noch Thüringen Ultra und Chiemgau 100 auf dem Programm. Hört sich nach einer soliden Vorbereitung an. Auch Gerald Baudek war zugegen, der sich nach dem Trans Gran Canaria und seinem M40 Sieg beim Weiltalmarathon für den 22 km langen Mini-Trail entschieden hatte.

Kurz vor dem Start stellte ich fest, dass ich die Ausschreibung (mal wieder) nicht gut genug gelesen hatte. Es gab wohl die Möglichkeit an die 4 Verpflegungsposten, an denen es vom Veranstalter ausschließlich Wasser gab, eigene Flaschen transportieren zu lassen. Darauf war ich leider nicht vorbereitet, hatte keine Cola o. ä. dabei. Lediglich meine Flasche Peronin deponierte ich an VP 2 (km 41.8), anstatt sie mit mir zu tragen.

Nach kurzer Ansprache des Veranstalters Eric Tuerlings folgte ein Start, der die Entspanntheit deutlich macht, die mir bei Ultra-Läufen so gut gefällt. Kein Gedränge, kein Rumhüpfen, kein Startschuss. Nur ein kurzes: „So, geht los“ von Eric. Und es ging los.

Die Strecke hielt wirklich alles was sie versprach und erinnerte mich immer wieder an den Swiss Jura Marathon. Sehr matschig und rutschig. Enge Trails, steile An- und Abstiege, wurzelige und steinige Wege, bei denen man sehr aufpassen muss, nasse Wiesen, Waldwege, kurz gesagt alles was das Trailläuferherz begehrt. Und sehr anspruchsvoll.


Bis zur Halbzeit war ich noch gut unterwegs, hatte eine Zielzeit von unter 11:00 vor Augen. Dann begann jedoch mein kleines Drama. Es fing damit an, dass ich mich bei etwa km 54 verlief. Ich hatte wohl eine Markierung übersehen und lief ca. 500 m einen Berg hinauf. Oben angekommen kamen mir schon 2 verzweifelte Läufer entgegen, die den gleichen Fehler gemacht hatten. Wir diskutierten kurz, warteten ob noch jemand kommt und beschlossen dann, zu km 53 zurückzulaufen. Kurz davor trafen wir wieder andere Läufer und wir erkannten unser Missgeschick. Danach ging bei mir auf einmal nicht mehr viel. Zum einen war ich sauer wegen der verlorenen Zeit und Kraft, zum anderen merkte ich, dass ich meinen Rucksack nicht Ultragerecht gepackt hatte. Nichts Herzhaftes und auch keine Schokolade. Nur Riegelmist. An VP 3 (km 55) hätte mir eine Cola gut getan. Das Squeezy-Cola- Gel hatte ich für VP 4 vorgesehen und dummerweise hielt ich mich an diesen Plan. Ca. 3 km später kam die Abrechnung, aber da war es zu spät. Der Hungerast war da, ich hatte kein Wasser um das Squeezy nachzuschieben. Dazu merkte ich langsam den Gutenberg-Marathon in meinen Beinen. Ich wurde immer langsamer, musste an leichten Steigungen und auch im flachen immer öfter gehen und wurde ständig überholt.

Kurz vor VP4 schob sich eine Gruppe an mir vorbei, bei der auch Tom mitlief. Ihm schien es richtig gut zu gehen. Er begrüßte mich fröhlich von hinten und ich jammerte zurück.

Dann endlich VP4. Ich aß alles was ich hatte, inkl. Squeezy Cola, füllte einen Beutel Xenofit Pulver in meine Trinkblase (was eine fürchterlich Sauerei war) und schnorrte mir von einem Mitläufer seine Cola, die er nicht mehr brauchte (unbekannter Läufer, ich danke Dir!).

Danach ging es mir merklich besser. Ich konnte bis auf die steilen Passagen wieder kontinuierlich durchlaufen und auf den flachen Passagen wieder so etwas wie Tempo machen.

Bei km 71 begann der letzte Anstieg. Eine Steigung die mir liegt, die man noch gut laufen kann. Ich quälte mich also die Serpentinen hoch und hier muss mir leider mein 2tes Missgeschick unterlaufen sein. Irgendwie muss ich falsch gelaufen sein und dabei aus Versehen gut einen km abgekürzt haben. Rekonstruiert denke ich, ich habe von weitem eine Markierung im Baum gesehen, die zu einem späteren Abschnitt gehörte, bin in die Richtung gelaufen und habe dadurch eine Schleife ausgelassen. Später im Ziel habe ich gehört, dass ich nicht der einzige war, dem das passiert ist. Auf jeden Fall wunderte ich mich, dass km 78 so schnell kam. Und ich wunderte mich, dass ich Tom, obwohl ich jetzt wieder besser drauf war und ein normales Tempo lief, nicht wenigstens dort, wo man weite Sicht hatte, irgendwo hatte am Horizont sah. Ich quälte mich weiter dem Ziel entgegen und amüsierte mich wieder über die lustigen Schilder (z. B. „Genieße Deinen Schmerz, Du hast ihn Dir verdient“ oder „Wenn du nicht blutest, war es kein Trail“). Zum Schluss wurde ich wieder öfters an den Swiss Jura erinnert. Immer wenn man denkt, dass war’s, jetzt geht es nur noch ein paar km gemütlich nach Hause, schicken sie dich wieder den Berg hoch. Und das noch mehrmals und richtig fies. Aber wenigstens die letzten 1.5 km ließ man uns laufen. Und nach 11:26 hatte ich endlich das Ziel vor Augen. Die 3 Jungs um mich rum legten noch einen Zielsprint hin, ich ließ sie sprinten.

Im Ziel hielt ich nach Tom Ausschau, er war aber nicht aufzufinden. Ich nahm mir mein Weizenbier (hmm lecker) und stand da ein bisschen herum und da kam er auf einmal ins Ziel. „Wo habe ich den denn überholt?“, dachte ich mir. Gleiches dachte er wohl auch, wie ich seinem erstaunten Blick entnehmen konnte. Da wurde es mir auf einmal klar. Der km 78, der viel zu früh kam, da stimmte was nicht. Und genau da musste ich Tom und auch Armin, der mit Tom kam, leider überholt haben. Tut mir echt leid, Jungs. War keine böse Absicht.
Und für Dich Tom, mein Freund, hier nochmal schwarz auf weiß:

JA, DU HAST MICH GESTERN BESIEGT!!!

Ich habe mich auch mächtig geärgert, nicht die gesamte, richtige Strecke gelaufen zu sein und wär am liebsten noch mal zurück (OK, ist gelogen). Aber egal ob 84 oder 85 km, es war anstrengend genug, wie mir meine Beine heute eindeutig zu erkennen geben.

Der K-UT, ein absoluter Geheimtipp für Leute die sich mal richtig quälen wollen. Man glaubt gar nicht, was für tolle Strecken es im Pfälzer Wald gibt. Das Problem dürfte sein, dass man sie alleine nicht finden würde.

Montag, 3. Mai 2010

Bretzelwetzer on Tour 2010 - Oberelbe Marathon

Am letzten Wochenende war es wieder soweit, der alljährliche Bretzelwetzer-Frühjahrsmarathonausflug stand an. Zwei Wochen nach der Rückkehr vom MdS endlich wieder Laufen. Die beim Sturz auf der Non-Stop Etappe geprellten Rippen schmerzten immer noch, aber ich war sehr zuversichtlich mit Hilfe der ein oder anderen Voltaren gut laufen zu können.

Nachdem wir in den letzten Jahren immer beim Hamburg Marathon waren, hatten wir uns dieses Mal für den Oberelbe-Marathon in Dresden entschieden.

Vorteile:

1. Mal was anderes

2. 4 Verschiedene Strecken, insofern für jeden etwas dabei

3. Bei der Stadtrundfahrt keine Witze über die nicht vorhandenen Jungfern auf dem Jungfernstieg

Mit insgesamt 13 Leuten brachen wir am Freitagmorgen auf, 9 per Bahn und 4 per Auto. Von den 13 wollten 12 laufen, 4 x 10 km, 4 x HM und 4 x Marathon.

Als Unterkunft hatte Roman das Dorinth Hotel in Dresden gebucht, sehr gute Wahl, gut gelegen, schöne Zimmer und erstaunlich preiswert.

Für Freitagnachmittag war ein erster Stadtrundgang angesagt, etwas treiben und die Stadt auf sich wirken lassen. Da ich vorher noch nicht in Dresden war, war dies für mich sehr interessant. Insbesondere die wieder aufgebaute Frauenkirche war sehr beeindruckend. Unglaublich, dass man ein solches Bauwerk in der heutigen Zeit noch errichten kann. Die dunklen Originalsteine in der Fassade lassen das Ausmaß der Zerstörung erkennen. Auch der gesamte Bereich um die Frauenkirche herum ist sehr schön restauriert. Man kann nur erahnen, wie schön diese Stadt im Originalzustand gewesen sein muss. Die Stadtrundfahrt am Samstag sollte dies noch bestätigen.


Nach dem ersten Bummeln stand die Wiedervereinigung auf Bretzelwetzer auf der Marathonmesse im WTC (World Trade Center – interessanter Name)an. Dies ist aber eher eine glasüberdachte Shopping Mall als ein Welthandelszentrum. Aber das Ambiente war sehr nett, da könnte man sich in Mainz vielleicht mal ein Beispiel nehmen und die Marathonmesse vom stickigen Rheingoldhallenfoyer ins Fort Malakoff verlegen. Dann wäre dort auch mal was los.


Nach einer kurzen Hotelzimmeraperitifparty zu Ehren von Astrids Geburtstag war die ganze Truppe abends zum Essen im rustikalen historischen Restaurant Pulverturm. Ich will jetzt nicht sagen Touristennepp, wenn auch wahrscheinlich kein Einheimischer dort war. Das Ambiente war wirklich sehr nett und die Preise sind auch OK, so dass man nicht von Abzocke reden kann. Nur die Qualität des Essens ließ doch eher etwas zu wünschen übrig. Aber das darf man auf keinen Fall der Bedienung sagen, wenn sie fragt: „Hat’s geschmeckt?“. Oh, böser Fehler, das gibt einen mächtigen Anschiss.


Samstags das große Touri-Programm: Stadtrundfahrt, Standseilbahnfahrt zum Luisenhof, Schiffsfahrt zurück. An der Frauenkirche war die Schlange zu lang, daher bin ich mit Antje und Birgitta auf die Kuppel gestiegen. Man gönnt sich ja sonst nichts vor einem Marathon. Hat sich aber gelohnt, toller Ausblick. Den ganzen Samstag knallte die Sonne nur so runter, ein kleiner Vorgeschmack auf den Marathonsonntag. Abends dann Essen im Steakhaus Ontario. Viel besser, aber auf viel teurer. Und mit Blick auf die Frauenkirche. Aber eigentlich blickt man immer irgendwie auf die Frauenkirche. Ich hatte ein Bisonsteak, was sehr lecker war, nur die Mais-Kidneybohnenbeilage und die Wiskeysauce sollte mir am nächsten Tag noch schwer zu schaffen machen.


Sonntag, Marathontag. Blauer Himmel. Sonnenschein. Gut, dass ich nicht schnell laufen wollte.
Aber die Kidneybohnen meldeten sich und verhießen nichts Gutes für den Rest des Tages. Mit dem Shuttle des Hotels ging es zum Bahnhof, dort in den Zug zum Start nach Königstein. Am Bahnhof machten die anderen am Stehimbiss Frühstück, ich suchte die Bahnhofstoilette auf. Der Zug war recht voll mit Halb- und Ganzmarathonis. Axel, Jutta und Roman hatten Spass und sorgten für Unterhaltung für den ganzen Zug. Als Höhepunkt (auf die angedachten Fesselspiele mit Juttas Armlingen will ich jetzt hier nicht eingehen) kam man auf die Idee Axel mit einer Armbinde auszustatten. Schwarze Schnecke auf gelbem Grund. Normal hätte ich mich gekringelt vor Lachen, aber war mit Gedanken schon in der Zugtoilette. Auf einmal Ansage von Axel an unsere Halbmarathonläufer: „ Hier müsst ihr raus“. Und unsere, und nicht nur diese, hörten aufs Wort. Fast alle HM-Läufer verließen den Zug. Astrid murmelte noch im Vorbeigehen, „Wenn das mal stimmt“, ging dann aber auch. Auf einmal waren sie alle wieder drin. 2 Stationen zu früh hatten sie draußen erfahren! Mensch Axel, was musst Du für eine vertrauenserweckende Ausstrahlung haben. Dann stiegen die HM-Läufer wirklich aus und es wurde etwas gemütlicher. Jutta diskutierte mit sich selbst noch etwa 20 Minuten ihre Kleidung, als wäre es ihr erster Lauf und entschied sich ob der gut 20 Grad um 8:00 doch sicherheitshalber für Armlinge. Man kann ja nie wissen, es kann ja immer mal einen Kälteeinbruch geben. Dann waren wir endlich am Startort angekommen.


Ich machte mich sofort auf die Suche nach einer Toilette und wurde erst mal im Bahnhof durch eine falsche Beschilderung fehlgeleitet. Also fokussierte ich die am Horizont auftauchenden spärlichen Dixies und ging festen Schrittes darauf zu. Da passierte es. Plötzlich kam es aus dem Lautsprecher: „Und da ist der Achim, vor zwei Wochen ist er in der Wüste gelaufen, jetzt ist er hier in Dresden…“. Was war das denn? Ich sah mich um und wen sah ich? Einen fröhlich winkenden Tom neben dem Streckensprecher. Na toll. Ich ging also hin und antwortete verkniffen brav auf die Fragen. „Warum sind sie denn hier?“ „Hhm? Zum Marathon laufen?“ „Wie schnell wolle sie denn laufen? Die Temperaturen sind für sie ja sicher angenehm, oder? Der wievielte Marathon ist es für sie?“ „Ups, AXEL?“ Dann die Rettung, jemand hatte einen Chip gefunden und der Sprecher musste sich um wichtigeres kümmern. Die Schlange an den Dixies war viel zu lang und so schlug ich mich Wüstenmäßig in die Prärie. Nur die Füße wurden hier etwas nasser. Und man muss hier das Klopapier nicht anzünden.


Kurz vorm Start ging es mir wieder einigermaßen gut. Jutta zog tatsächlich ihre Armlinge an. Zusammen mit dem Singlet. Ich fing gerade ordentlich an zu lästern, da kam Tom, auch mit Armlingen, und begrüßte sie mit einem gewinnbringenden Lächeln „Gut siehst du aus“. Alter Schleimer :-). Was will man da noch sagen?

Den Lauf wollte ich zusammen mit Roman laufen. Da Roman seit Wochen Probleme mit der Hüfte und ich noch den MdS in den Knochen hatte, waren gemütliche 3:45 bis 4:00 geplant hatte. Jutta wollte mit Axel zusammen laufen, noch ein bißchen langsamer. Die Strecke war wirklich sehr schön, an der Elbe entlang, vorbei am Elbsandsteingebirge über Pirna zurück nach Dresden. Es wurde immer wärmer, wohl denen die Armlinge haben, so dass die Tempowahl genau die richtige war. Bei km 18 musste ich das letzte Mal den Kidney-Bohnen Tribut zollen, ab dann ging es aufwärts. Also Magenmäßig, die Strecke blieb flach. In Pirna suchten wir noch das Geburtshaus von Romans Großmutter. „Kann nicht so schwer sein, das ist ein blaues Haus, da gibt es bestimmt nicht so viele von“. Haha, es wäre leichter gewesen, nach einem Haus zu suchen, das nicht blau ist. Kurz nach der HM-Marke musste ich leider alleine weiterlaufen. Romans Hüfte tat inzwischen so weh, dass er nicht wusste, ob er würde zu Ende laufen können. Da half es dann auch nicht mehr, meinen MdS-Zeltkameraden Christian zu zitieren „Du musst den Schmerz annehmen und durch ihn hindurchgehen.“ Ich lief also die letzten ca. 18 km alleine weiter meinen Trott, recht konstant. Da jede Menge Läufer der Hitze Tribut zollen mussten, überholte ich dabei noch einen nach dem anderen. Unter anderem auch Tom, dem sein Knie zu schaffen machte. Mit ca. 3:50 kam ich im Stadion in Dresden an. Recht entspannt und zufrieden. Die 10 km und HM Läufer waren auch schon (oder besser noch) da.


Nach ca. 4:10 quälte sich auch Roman ins Ziel. Er hatte also doch nicht aufgegeben und hatte den Schmerz angenommen J. Bravo. Dann lange Zeit nichts. Nach ca. 5h waren aber auch Axel und Jutta im Ziel. Die Hitze hatte Axel doch sehr zugesetzt. Dem Vernehmen nach hat sich Jutta auf der Strecke zum Zeitvertreib als Fotografin, Handytelefoniererin und SMS-Schreiberin betätigt. Falls ich mit 60 noch Marathon laufen kann und mir das passiert, hoffe ich, dass ich eine Pistole dabei habe. Und zwar nicht um MICH zu erschießen.


Bei der obligatorischen Zielbratwurst traf ich auch wieder Tom, der zusammen mit Ultrakollege Norman Bücher am Tisch saß. Er behauptete doch tatsächlich, wie die Jungfrau zum Kinde zum morgendlichen Interview gekommen zu sein. „Ja, und auf einmal hat der mich angesprochen…“ Ja, genau :-).


Am Abend folgte noch ein Abendessen bei einem netten Italiener am blauen Wunder. Allerdings hatte der keine Pizza auf der Speisekarte, was mich in eine kleine Glaubenskrise stürzte (Ich glaube ich kriege hier nichts vernünftiges zu essen (alter Otto-Witz)). Das hat man davon, wenn man zum Nobelitaliener geht.


Montag morgen, wieder Frühstück im Barococo, wieder mit Blick auf die Frauenkirche. Danach brachen die Autofahrer auf. Die Bahnfahrer hatten noch ein paar Stunden und so schauten wir uns dann doch noch die Frauenkirche von innen an und machten wir uns auf, um noch die Neustadt zu erkunden, was auch sehr interessant war. Ein völlig anderer Eindruck, ein ganz anderes Flair. Leider hat uns dann doch noch der Regen erwischt. Gegen 17:00 Zugfahrt nach Mainz wo wir gegen 23:00 ankamen.
Insgesamt wieder mal ein sehr schönes Bretzelwetzerfrühjahrsmarathonwochenende in einer tollen Stadt bei einem schönen und sehr liebevoll organisieren Lauf mit einem sehr herzlichen Publikum.

Sonntag, 18. April 2010

MdS Nachlese Teil 2: Jawohl Herr KaLeu

Es ist Ostersonntag, 4. April 2010, 8:00 Ortszeit. In einer halben Stunde beginnt das Streckenbriefing zum 25. Marathon des Sables. Um 9:00 ist Start. Alle haben gefrühstückt und ihren Rucksack fertig gepackt. Die Berberzelte wurden bereits mit großem Jalla Jalla abgebaut. Auf einmal kann man an fast jedem ehemaligen Zeltplatz die gleiche Handlung beobachten. Die Bewohner eines jeden Zeltes stellen sich zum Gruppenfoto auf. Alle in sauberer Kleidung, gewaschen, frisch rasiert und guter Dinge. Auch unser Zelt 85 macht das obligatorische Foto.
Und urplötzlich werde ich an eine Szene aus meinem Lieblingsfilm ‚Das Boot (Langversion!)‘ erinnert. Vor dem Auslaufen des U96 schießt Leutnant Werner eifrig Fotos der auslaufenden Mannschaft und wird dabei vom Kapitänleutnant zurechtgewiesen. „Machen sie Fotos von einlaufenden Kameraden, nicht von auslaufenden.“ Leutnant Werner: „Warum?“ „Weil sie dann Werte haben.“ Das saß. Betroffenes Gesicht bei Leutnant Werner.

Wie sehr trifft das doch auf die Szenen an diesem Ostersonntagmorgen zu. Von den fröhlichen Menschen auf den Fotos weiß noch niemand richtig, was ihm bevorsteht. Auch die Wiederholungstäter wissen nicht, wie sie dieses Mal durchkommen werden. Keiner weiß, ob er 7 Tage später das Ziel erreicht, wie die Füße aussehen werden und welche anderen Blessuren und Wunden man haben wird. Nicht alle Zeltbesatzungen werden beim Foto in 7 Tagen noch vollständig sein und jeder weiß, dass es genau ihn erwischen kann.
Mir liegt es natürlich fern, das Auslaufen eines U-Bootes im 2ten Weltkrieg mit dem Start eines Marathons und das Schicksal einer U-Boot Besatzung mit dem von ein paar Läufern gleichsetzen zu wollen, aber der Ausspruch des Herrn KaLeu kam mir dennoch sofort in den Sinn.
Doch im Gegensatz zur Besatzung des U96 hatte Zelt 85 das Glück, nach 7 Tagen und 250 km ein vollständiges Foto mit der kompletten Zeltbesatzung machen zu können. Und wenn man die beiden Fotos betrachtet und daran denkt was in dieser einen Woche passiert ist kann man dem Herrn KaLeu nur zustimmen.

Freitag, 16. April 2010

MdS Nachlese Teil 1: Ausrüstung oder “Wichtig is auf’m Platz”

7 Monate hatte ich Zeit seit von dem Zeitpunkt der Anmeldung bis zum Abflug. Viel Zeit – zu viel Zeit – zum planen, recherchieren, wiegen, einkaufen, wiegen, Packliste schreiben, wiegen, Packliste revidieren, wiegen, einkaufen, Packliste revidieren …

Ich hatte mich von Anfang an auf 3 Packlisten festgelegt, die ich im Internet gefunden habe. Von dort aus habe ich meine eigene Liste entwickelt. Ein Excel-Sheet erstellt, Kalorien gezählt, Grammzahlen addiert.

Meinen ersten Großeinkauf bei Racelite in Garmisch hatte ich im Rahmen einer Dienstreise im November gemacht. Vorher hatte ich mir stundenlang Gedanken über die erforderliche Dicke des Schlafsackes gemacht und mich für den wärmeren entschieden, weil es in der Wüste ja Nachts so kalt sein soll. Rucksack sollte ein Raidlight sein, weil den ja alle haben. Allerdings ohne die Trinkflaschenhalter an den Tragriemen, weil ich der Meinung war, die würden mich nur nerven. Pflichtausrüstung war einfach zu besorgen, von allem was man braucht einfach das leichteste. Auch beim Esbitkocher sollte es der leichteste sein. Die Planung der Nahrung hat war da schon komplizierter.

Für das Abendessen bekommt man ja beim Lesen aller Berichte den Eindruck, ohne Travellunch geht gar nichts. Für’s Frühstück hatte ich mich letztendlich auf selbstgemischtes Müsli entschieden. Für unterwegs habe ich auf bewährtes gesetzt. Xenofit Riegel und Pulver, dazu 500 Gramm Peronin, unter anderem für die lange Etappe und um das Müsli anzumischen. 5 Päckchen Kartoffelsuppe und ein paar Cashewkerne und fertig war das 4.7 kg Paket.

Kleidung war auch noch so eine Sache. Insbesondere die Kleidung für die Nacht. Weil ich nicht wusste wie kalt kalt wirklich ist, hatte ich mich entschieden 2 Hosen mitzunehmen und in der ersten Nacht im Biwak zu testen. Bei den Socken hatte ich mich für InJinji Zehensocken entschieden, als Ersatz Wrightsocks. Kappe Jack Wolfskin Desert hat mit Sonnenschutz im Nacken. Als Oberteil hatte ich zuerst ein X-Bionic in der Auswahl, habe mich dann aber für ein Runnerspoint Shirt aus dem Material ColdBlack entschieden. Hierbei hatte ich bis zuletzt bedenken. Wie cold ist coldblack denn wirklich?

Und was ist dabei herausgekommen? Wie sich herausgestellt hat, kann man so lange planen und recherchieren wie man will aber es zählt die alte Fussballerweisheit: “Wichtig is auf’m Platz”. Soll in diesem Fall heissen, was zu Hause gut ist, ist in der Wüste noch lange nicht gut. Was anderen bekommt, muss mir noch lange nicht bekommen. Und was letztes Jahr gut war, muss dieses Jahr noch lange nicht gut sein. Nachfolgend eine kleine Aufzählung meiner Erkenntnisse:

1. Riegel in der Wüste: Geht gar nicht. Ich hatte 14 Xenofit Riegel dabei, welche ich zu Hause wirklich lecker finde. Ich habe 3 gegessen und die auch nur weil ich mich gezwungen habe

2. Gel Squeezy Cola: Dito

3. Jack Wolfskin Kappe: Ich hatte ja kurzfristig auf Turban umgestellt, was wirklich hervorragend war. Der Turban kühlt schön, vor allem wenn man ihn wässert. Als mir mein nasser Turban auf der 4ten Etappe aber mehrmals in den Dreck gefallen war, habe ich ihn weggeworfen und meine JW Kappe aufgesetzt. Sofort war mir entscheidend warmer unter der Kappe. Die große Enttäuschung dann, als ich mir Wasser über den Kopf geschüttet habe. Die Wüstenkappe war wasserabweisend :-(. Also Kappe ab und auf Buff umgestellt. Das ging besser

4. Socken: Injinji: Die Entdeckung des Laufes Nummer 1. Ich hatte keine einzige Blase und meine Mitläufer Heiko und Alex blieben mit diesen Socken auch so gut wie blasenfrei. Ich habe mich gar nicht getraut meine Ersatzsocken (Wrightsocks) anzuziehen , sondern dieses eine Paar den ganzen Lauf getragen. Ja, ich habe 2 mal gewaschen. Never change a winning team.

5. Peronin: Die Entdeckung des Laufes Nummer 2: Hervorragend verträglich auch bei Hitze und unter Belastung. Schmeckt auch wenn die Brühe 60° hat (lecker Kakao). Und vor allem absolut sättigend und Energie bringend. Ich bin die gesamte 82 km Etappe mit 2 Flaschen Peroningemisch durchgelaufen. Plus eine Flasche Xenofit Mineraldrink, eine paar Cashews und Wasser natürlich. War absolut ausreichend.

6. Esbit Kocher: Ich hatte den leichtesten genommen den es gab. Das war ein Fehler. Unter Laborbedingungen hatte er gut funktioniert, aber in der windigen Wüste war er absolut untauglich. Aber zum Glück haben wir ja gelernt wie man eine Feuerstelle baut und mit Holz und ein paar Esbitwürfeln ein Feuerchen macht.

7. Schlafsack: Ich hatte den YETI VIB 250. Absolut ausreichend. Der VIB 150 hätte es wohl auch getan. Aber dem Vernehmen nach war es auch dieses Jahr nachts warm wie noch nie. Insofern ist es schwer zu sagen, on der 150er auch bei der sonst ülichen Kälte ausreichend gewesen wäre. Die Schlafsackhülle mit den übrigen Klamotten vollgestopft ergibt übrigens ein prima Kopfkissen. Besser als die Schuhe jedenfalls.

8. 2XU Kompressionshose für nachts. Aaah, eine Wohltat. Und aufgrund der milden Temperaturen auf warm genug.

9. Stirnlampe: Ich hatte meine superhelle Myo XP nicht dabei. Eine gute Entscheidung. 120 Gramm gespart (inkl. Ersatzbatterien) und die kleine Petzl, die ich mir von Horst geliehen hatte war hell genug für abends und die paar Stunden im Dunkeln auf der langen Etappe.

10. Oberteil Runnerpoint Coldblack: Ja, war wirklich recht cold. Hat man gemerkt, wenn ich nach dem Lauf ein normales schwarzes Oberteil angezogen habe. Und auch sehr angenehm zu tragen.

11. Travellunch: Wie gesagt, man denkt ja, es geht nicht ohne. Die Travellunch, die ich dabei hatte waren auch ganz OK. Vor allem die Kartoffelsuppe für zwischendurch war gut. Einmal hatte ich sie auch zum Frühstück gegessen. Allerdings hat mein Zeltgenosse Christian gezeigt, dass es auch anders geht. Er hatte jede Menge Mie-Nudeln dabei und dazu Sossenpulver in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Ich war jedesmal neidisch, wenn er die gemacht hat. Eine gute Mischung wäre hier sinnvoll gewesen.

12. Cashewkerne: Hätte ich mehr von mitnehmen sollen, gut für zwischendurch.

13. Raidlight Rucksack: Hat ja auch jeder, daher leicht zu verwechseln. Gut, dass man eine Startnummer hat. Am Flughafen praktisch, man läuft einfach hinten den roten Rucksäcken her. Schön leicht, aber mit einigen Schwächen. Da Gewicht geht auf die Qualität. Man braucht den nur schief anzuschauen, dann reißt er schon. Meiner war schon vom trainieren kaputt, Heiko’s ebenfalls und an der gleichen Stelle. Reißverschlüsse gehen schlecht. Am meisten hat mich die seitliche Flaschentasche gestört. Absolut an der falschen Stelle. Außerdem geht die Flasche schwer rein. Das gleiche gilt für die Flaschenhalter am Bauchteil. Auch die 1.5 l Flasche quer geht sehr schwer rein. Das nächste Mal würde ich wohl doch noch die Flaschenhalter an den Schulterriemen nehmen. Obwohl ich bei Kollegen gesehen habe, daß die zugehörigen Flaschen nicht dicht sind.

14. Isomatte: Schwieriges Thema. Ich hatte eine halbe Isomatte dabei. Mehr hätte ich vom Gewicht her wirklich nicht tragen wollen. Aber ich war doch öfters sehr gerädert und habe voller Neid auf die Thermarestmatten von Tilmann und Tom geschaut.

15. Gamaschen (Raidlight): Die genähten Klettbänder haben hervorragend gehalten aber die eigentlichen Gamaschen zerreißen am ersten Stein und müssen jeden Tag mit Tape geflickt werden.

16. Hirschtalgstift: Fand ich unpraktisch und hab ich nicht benutzt. Ich hatte mir zusätzlich Hirschtalg aus der Tube in ein kleines Döschen abgefüllt. Das war viel praktischer.

17. Wäscheleine wäre nicht unpraktisch gewesen.

18. Toilettenpapier usw.: Eine Rolle langt. Feuchtes Toilettenpapier darf man nicht vergessen. Auch diese kleine Handtücher die sich mit ein paar Tropfen Wasser entfalten waren nicht schlecht.

19. Sonnenbrille: Gletscherbrille Loubsol. Sehr gut, nichts zu bemängeln.

20. Sandalen: Der große Reinfall. Ich hatte mir diese Wüstensandalen auf der MdS Homepage bestellt. Gelinde gesagt eine Frechheit, diese zu verkaufen. Völlig untauglich für die steinigen Biwaks. Es war zum totlachen Leute mit diesen Latschen durchs Biwaks stolpern zu sehen. Ich habe jeden Tag die anderen Läufer um ihre FlipFlops beneidet.

21. Schuhe: Salomon XA pro: Mein Lieblingstrailschuh. Hat mich schon blasenfrei durch die Schweiz gebracht. Allerdings hätte ich ihn nicht eine Nummer grösser gebraucht. Mein Fuß ist nicht wie angekündigt angeschwollen, sondern sah immer gleich aus. Aber wer weiß das schon vorher.

22. Essen allgemein: Ich hatte 17500 Kalorien dabei. Ich denke ich habe nicht mehr als 16000 zu mir genommen. Mehr habe ich auch nicht gebraucht und hätte auch nicht mehr runter bekommen. Für während des Laufes würde ich noch mehr auf flüssige Nahrung wie Peronin und Mineralpulver setzen. Dazu mehr Nüsse. Ab und zu was herzhaftes für abends wäre nicht schlecht gewesen, z. B. Salami oder Parmesan. Nudeln siehe oben. Auch zum Frühstück.

So, das war es im groben. Aber wie gesagt, das gilt nur für mich, bei diesem Lauf und in diesem Jahr. Für alle anderen ist es blanke Theorie. Und da muss ich nochmal Adi Preißler zitieren: „Wichtig is …“